Hier löst sich ein Land auf.

Interview mit Babis Agrolabos von der Zeitung „Eleftherotypia“

Die Zeitung „Eleftherotypia“ ist in Griechenland so etwas wie eine Mischung aus „Süddeutsche“ und „Taz“. Seit Anfang des Jahres hat sie ihr Erscheinen eingestellt. Über den Insolvenzantrag soll am kommenden Donnerstag verhandelt werden. Das Verlagshaus ist größtenteils verwaist, Heizung, Telefon und Internet sind abgestellt. Dennoch bereitet ein Teil der Belegschaft eine Sonderausgabe vor, die am Mittwoch erscheinen soll. 250 Journalistinnen und Journalisten sind hier beschäftigt, 800 Leute haben insgesamt für das Verlagshaus der Schwestern Tegopoulou gearbeitet. Sie warten seit Monaten auf ihre Löhne. Ein Großteil der Redaktion kämpft dafür, die Zeitung unter einem ähnlichen Namen kollektiv und in Eigenregie herausbringen zu können. „Eleftherotypia“, die es seit 1975 gibt, ist die einzige unabhängige Tageszeitung, so erzählen uns die Journalisten, die hier an der Sonder- bzw. Streikausgabe arbeiten. Unabhängig bedeutet in Griechenland, dass das Medium nicht einem großen Unternehmer gehört, der es für seine Zwecke einspannt.

Babis Agrolabos gehört seit vier Jahren zur Redaktion. Er hält sich zurzeit über Wasser, indem er Artikel für Blogs schreibt und Radiobeiträge macht. Im Interview haben wir ihn nach der Situation der Medien in Griechenland gefragt. In gerade mal fünfeinhalb Minuten gibt er uns in den leeren Redaktionsräumen einen sehr präzisen analytischen Aufriss.

Verlagshaus der "Eleftherotypia"Babis Agrolabos, politischer RedakteurHistorische Druckmaschine im Foyer. Auf dem Zettel steht "Eigentum".Aushang der Betriebsversammlung. Die Füllfederhalter-Speerwerferin ist das Logo der Zeitung."Das wird ein wenig weh tun, oder hast du Vertrauen in die Sanierung?"

 

 

Redaktionsflur der "Eleftherotypia"

Redaktionsräume der "Eleftherotypia"