“Stop saving us!” Interview mit Aris Chatzistefanou (“Debtocracy”)

Am 14. Februar trafen wir uns mit dem Dokumentarfilmemacher und Journalisten Aris Chatzistefanou in einem Café in der Athener Innenstadt. Der Film “Debtocracy“, den Chatzistefanou mit Katerina Kitidi gemacht hat und den schon zwei Millionen Menschen im Internet gesehen haben, liefert ein umfassendes und ziemlich einleuchtendes Gegenkonzept zum “austerity plan” der Troika, den die griechische Regierung nun verabschiedet hat und der auch in den griechischen Medien größtenteils als alternativlos hingestellt wird.

Dass die Medienkonzerne und auch die staatlichen Medien kritischem und unabhängigem Journalismus hier in Griechenland immer mehr die Luft nehmen, hat auch Chatzistefanou zu spüren bekommen: Seinen Job bei dem Radiosender “Sky 99.2″ hat er verloren. “Da war ich eine Art linkes Alibi, aber sowas ist heute nicht mehr angesagt”, erklärt er.

Er hält sich mit einem halben Dutzend journalistischer Kleinstjobs über Wasser und arbeitet mit Kitidi an einer neuen Dokumentation mit dem Titel “Catastroika“, die – wie schon “Debtocracy” – vollständig durch Spenden finanziert werden soll und unter CC-Lizenz steht. Er war Chefredakteur der Website “The Press Project”, schreibt für das Magazin “Unfollow” und macht ein Radioprogramm, das auf seiner Website zu hören ist.

Er hat zwei Jahre in London als BBC-Korrespondent gearbeitet. Deshalb kann er uns im Interview in druckreifem Englisch erklären, wie ein Radiofeature über Ekuador den Anstoß für “Debtocracy” gegeben hat, warum die Alternativen zum Schuldenregime der Troika keinen Raum in den Medien bekommen und warum er es für keine gute Idee hält, wenn die Deutschen die Griechen retten.

Hier ist der erste Teil. Und hier ist der zweite Teil.

Katerina Kitidi und Aris Chatzistefanou

Katerina Kitidi und Aris Chatzistefanou